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Monika Felten - Die Königin der Schwerter

Die Königin der Schwerter Die Journalistikstudentin Sandra sammelt Affen in jeder Form, und deswegen kann sie auf einer Auktion einer Affenskulptur nicht wiederstehen. Doch seit sie sie besitzt, wird sie von Träumen einer fremden Welt geplagt. Sie stellt fest, dass in ihr die wiedergeborene Seele Zarifes steckt, die in ihre Heimat zurückwill. Es ist sehr schwierig, dieses Buch zu beurteilen. Auf der einen Seite ist es spannend geschrieben und nicht leicht aus der Hand zu legen. Mit Sicherheit ist es nicht langweilig oder weist gar große sprachliche Mängel auf! Trotzdem halte ich es erzählerisch nicht gerade für ein großes Meisterwerk. Erstens fand ich die Story sehr durchschaubar, fast als würde ich es selbst schreiben, wußte ich immer, worauf es am Ende hinausläuft und kannte den ungefähren Weg dorthin. Zweitens wurde mir, gerade am Anfang sehr wenig erklärt, was mich teilweise regelrecht geärgert hat. Zum Beispiel beginnt die Geschichte in unserer Welt mit der Auktion. Am nächsten Morgen hat Sandra Freundinnen zu Besuch und es wundert mich, dass niemand zur Arbeit gehen muss oder in die Uni. Erst der nächste Absatz beginnt mit "Am Sonntagmorgen erwachte..." Dieses Problem zieht sich weiter, auch durch die Fantasywelt, wo am Anfang viel offenbleibt. Ich habe mir wenigstens eine Landkarte im Buch gewünscht, um zu verstehen, wo die Orte liegen und wie weit sie von einander entfernt sind usw. Drittens: Zu viele Perspektiven. Es werden zu viele Personen angerissen, die sehr wenig eigenes Gefühlsleben oder Charakter haben, der Leser soll sich mit den jeweils gerade erzählenden Figuren identifizieren, und das kann er nicht, und soll er in diesem Fall auch offenbar nicht, denn viele werden einmal "benutzt" und dann fallengelassen. Aber auch gute Figuren, die der Leser durch eine sehr schlimme Zeit begleitet hat, (Ich spreche hier von Tiseas Vergewaltigung, die mich als einziges im Buch emotional sehr erschüttert hat, die aber dramaturgisch keinen weiteren tieferen Sinn zu haben scheint, und nicht entlohnt wird, im Gegenteil) werden einfach fallen gelassen und sterben wie Fliegen. Es wird nicht ernsthaft versucht, die Guten zu retten, wie man das erwartet, aber auch für mich nicht überzeugend abgewägt, dass sie nicht zu retten sind. Diesen Punkt fand ich persönlich sehr schlimm. Das führt mich auch zu viertens, eine gewisse Oberflächlichkeit und Emotionslosigkeit begleitet die Figuren, was sicherlich auch in drittens begründet ist. Trotzdem, und das möchte ich betonen, ist es kein schlechtes Buch. Es ist sicherlich ein Pageturner und gute Unterhaltung, wenn auch leider kein Buch, das mich begeistert hat. Wirklich schade, dass es so seicht geworden ist, denn es hätte wenentlich mehr Potenzial daringesteckt.
16.9.10 13:15
 


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