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Die grünen Augen

Die grünen Augen

Es war heiß. Nach zwei Tagen war endlich die Wolkendecke aufgerissen. Lange hatte Annegret hierfür gespart, gar nicht so leicht als alleinerziehende Mutter: Wales. Ein langgehegter Traum.
Um das Glück perfekt zu machen, hatte sie Gregory getroffen. Es war Zeit, dass sie mal wieder einen Mann kennenlernte. Nach all den Jahren der Trauer.
Sie saßen auf einer Picknickdecke an der Steilküste, während die kleine Renée unweit entfernt leise vor sich hinredend spielte.
Greg ergriff ihre Hand um ihre Aufmerksamkeit zurückzubekommen. Mit der anderen Hand führte er eine Weintraube an ihren Mund. Sie schnappte sie lachend und er bat sie, von ihrer Heimat zu sprechen. Und sie tat ihm den Gefallen und erzählte, erzählte so lange, bis die Worte zwischen ihnen ausgingen. Plötzlich waren sich ihre Köpfe so nah. „Gleich…“, dachte sie. Dann erst fiel ihr die Stille auf.
„Renée?“, rief sie. Die Vierjährige war nirgends zu sehen. Mit dem untrüglichen Instinkt einer Mutter drehte Annegret sich um. „Oh Gott.“, flüsterte sie. Die Kleine stand direkt an der Kante der Klippe. Unter ihr toste die wilde, von Felsen durchsetzte Irische See. Dann schrie Annegret: „Um Gottes Willen, beweg dich nicht, Mama kommt dich holen.“ Sie rannte los.
Und Renée breitete die Ärmchen aus wie um sie ihrer Mutter entgegenzustrecken. Dann fiel sie.
Ihr kleiner Oberkörper neigte sich rückwärts wie in Zeitlupe. Annegret schrie und versuchte, schneller zu laufen, auch Gregory war aufgesprungen.
Auch Renée schrie jetzt.
Dann war der kleine Körper hinter der Klippe verschwunden.


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6.9.07 12:50





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