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-- Vergessen

Kaltes Feuer

Teil 1 - Vergessen

 

Er saß dort in einer Ecke zusammengekauert und zitterte in der kalt hereinbrechenden Nacht. Ob es an seinen Lumpen lag, die sich in ihrem Grau kaum von der eintönigen Mauer hinter ihm abhoben, dass ihn niemand sah? Die Einwohner der Stadt hasteten an ihm vorbei, auf dem Weg zum Markt oder heim zu ihren Familien, ein buntes Gewusel farbenfroher Kleider und ausdrucksloser Gesichter.
Niemand schien ihn zu sehen, und auch sein Gesicht nahm mehr und mehr den Farbton der Mauer an. Wenn seine Lippen nicht wären, die langsam blau wurden. Seine weißblonden Haare hingen in schmutzigen Strähnen herab.
Ich bahnte mir einen Weg von der anderen Straßenseite herüber. Bevor ich mich neben ihm in der Hocke niederließ, blickte ich um mich,
Ozmokaol, der Stadtoberste, hatte einen Bann erlassen, dass man die Bettler verhungern lassen solle, sie seien Abschaum und es gäbe zu viele, die ohne zu arbeiten von der Allgemeinheit lebten. Wer ihnen Brot reiche, dem würde die Hand abgeschlagen, die es ihnen gegeben hatte. Aber solche Grausamkeit konnte man doch nicht dulden!
Ich zog meine Kapuze tiefer ins Gesicht, während ich in die Hocke ging. Sanft legte ich die Hände auf sein Antlitz. Seine Haut glühte, er hatte Fieber.
Für das, was ich vorhatte, würde ich mehr als eine Hand verlieren. Dennoch tat ich es, ohne zu zögern.
Ich murmelte dem Kranken ein paar tröstende Worte zu, dann löste ich kurz meine Hände von ihm und legte die Fingerspitzen aneinander. Ich schloss die Augen, um mich besser konzentrieren zu können. Dann spürte ich sie. Die Kraft. Von irgendwo unterhalb meines Herzens kroch sie empor, durch meine Brust, direkt durch mein Herz, das einen freudigen Hüpfer machte, es endlich wieder zu spüren, dann die Arme entlang in die Hände. Ein blaues Licht entsprang meinen Fingerspitzen, bog sie ein wenig auseinander.
Mein Name ist Azkandira. Ich bin siebzehn Jahre alt. Und an mein Leben vor meinem dreizehnten Lebensjahr kann ich mich nicht erinnern.
Ich erwachte eines Tages als Niemand. Ich hatte nicht mehr als meinen Namen. Und dann fing es an. Das blaue Licht, die Kraft, die wie sprühende Funken eines blauen Feuers meinen Fingern entsprang.
Die Spannung war fast zu groß, um die Finger auseinander zu nehmen. Doch ich legte sie wieder um das Gesicht des Mannes. Seine Augen wurden groß, als das Fieber durch meine Finger aus seinem Körper gezogen wurde.
Auf der Straße hinter mir wurden Schreie laut. Hufgeklapper. Ich wandte mich um, in dem Moment, als der letzte Fiebertropfen die Poren meiner Haut verließ.
Ein Reitertrupp bahnte sich seinen Weg grob durch die Menge. Ich duckte mich tiefer in meine Kapuze.
Als ich mich später zu dem Bettler umwandte, war er ohne ein Wort des Dankes verschwunden. Die Reiter waren fast heran. Ich konnte den stolzen Anführer der Soldaten erkennen. Albrego.


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26.10.07 11:07





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